Asatsuyu, Minami Sayaka, Camellia sinensis, Yabukita… was ist das?

Bei verschiedenen Matchasorten liest man immer Begriffe wie „Asatsuyu“, „Okumidori“, „Minami Sayaka“ und auf dieser Seite trifft man oft auf den Begriff „Camellia sinensis“.

Was hat es damit auf sich?

Matcha ist ein Tee. Tee wird immer und ausschließlich aus einer Pflanze mit dem Namen „Camellia sinensis“ hergestellt. Übersetzt bedeutet das in etwa „chinesische Kamelie“, da der Ursprung der Pflanze in China liegt. Die Camellia sinensis gedeiht aber natürlich auch prächtig in Japan. Neben der „Camellia sinensis“ gibt es noch die „Camellia assamica“, die hauptsächlich in Indien anzutreffen ist und auch die „Camellia japonica“, die sich langsam den Status einer eigenen Gattung erarbeitet. Wir konzentrieren uns hier jedoch auf die „Camellia sinensis“, der Teepflanze, aus der Matcha produziert wird.

Die Camellia sinensis liegt jedem Tee, egal ob schwarzer Tee, grüner Tee, Matcha, Oolong, weißer Tee etc. zugrunde. Nicht aus Camellia sinensis hingegen sind die hierzulande als „Tee“ bezeichneten Aufgußgetränke wie Früchte-„Tee“, Kräuter-„Tee“, Mate-„Tee“ oder Rooibusch-„Tee“. Diese Sorten werden im englischen Sprachraum korrekter als „infusion“ bezeichnet und würden im deutschen Sprachgebrauch auch richtigerweise besser als Aufgußgetränk und nicht als Tee bezeichnet werden.

Nun gibt es aber weitere Bezeichnungen bei den Matchasorten (und auch bei grünem Tee) wie „Okuyutaka“, „Yabukita“, „Minami Sayaka“ und viele weitere mehr. Diese Bezeichnungen sind die Namen verschiedener Züchtungen der Camellia sinensis, die mit einem bestimmten Ziel gezüchtet wurden. Diese Ziele können geschmacklicher Natur sein, können aus klimatischen Gründen gewählt worden sein oder andere Gründe haben.

Es verhält sich bei den Teepflanzen wie bspw. bei Rosen. Der Rose liegt immer die gleiche Pflanze zugrunde, aber durch verschiedene Züchtungen werden unterschiedliche Farben, unterschiedliche Stiellängen, unterschiedliche Wuchsarten etc. herausgearbeitet. Eine Baccararose und eine Moosrose sind beides Rosen, die jedoch durch einen langen Züchtungsprozess heute komplett unterschiedlich aussehen.

Bei der Camellia sinensis beziehen sich die Züchtungen nun nicht auf das Aussehen der Blätter, sondern auf den Geschmack der einzelnen Sorten. Um verschiedene Geschmacksrichtungen zu erreichen, wurde die Teepflanze auf bestimmte Eigenschaften hin gezüchtet. Eine Sorte mag einen nussigen Geschmack hervorbringen, eine andere Sorte mag etwas milder sein, die nächste etwas herber oder einen fruchtigen Geschmack innehaben.

Ein weiterer Grund für die Züchtungen ist der Erfordernis, die Pflanze an bestimmte klimatische Bedingungen anzupassen. So soll eine größere Resistenz gegenüber sehr kalten oder sehr warmen Temperaturen erreicht werden, um die geographischen Möglichkeiten für den Teeanbau weiter auszudehnen. Tee kann mittlerweile in höheren, südlicheren und nördlicheren Lagen angebaut werden, als noch vor einigen Dekaden.

So gibt es aus diesen Gesichtspunkten sehr viele unterschiedliche Pflanzensorten, die von den Züchtern unterschiedliche Namen bekommen haben. Diese Namen sind dann „Kanayamidori“, „Asanoka“, „Minami Sayaka“ und viele weitere mehr.