An einer japanischen Teezeremonie nehmen maximal sechs Personen, der Teemeister und fünf Gäste, teil. Sie dauert nach einer festgelegten Abfolge von Waschungen der Hände und des Mundes sowie der Einnahme eines Kaiseki-Menüs etwa vier Stunden. Das Kaiseki ist ein in der Zen-Tradition stehendes, leichtes Mahl, das üblicherweise vegetarisch ist, heute gelegentlich aber auch Fisch, selten Fleisch, enthalten kann. Wichtig hier ist, dass, bevor der Matcha zubereitet und gereicht werden kann, das Kaiseki restlos verspeist wird.

Teezeremonie stilisiert

Nach einer Pause im Teegarten finden sich die Gäste beim Gongschlag wieder im Chashitsu, dem Teezimmer, ein. Der Raum enthält außer Strohmatten zum Sitzen nichts, was nicht für die Teezeremonie gebraucht wird. Alles, selbst Bewegungen und zeitliche Abläufe sind auf den Matcha und die ihn repräsentierende Philosophie abgestimmt. Diese wird bestimmt von der Verbundenheit des Selbst mit dem Anderen über das Wa, der Harmonie der Verbindung, das Kei, dem Respekt vorm Gegenüber, das Sei, der Reinheit, als Klarheit aber auch Wahrhaftigkeit in Denken, Fühlen und Handeln sowie das Jaku, der Duldsamkeit, Geduld und Gelassenheit im Zusammensein.

Die Rituale der Teezeremonie mit ihrer Eingebundenheit in Wa, Kei, Sei und Jaku sind in ihrer heutigen Form auf Sen no Rikyu zurückzuführen. Dem Zen-Meister ging es Ende des 16. Jahrhunderts darum, die Zeremonie auf das Eigentliche zu konzentrieren. Damit ist keine Begrenzung und auch keine Strenge, sondern vielmehr eine Erweiterung im Respekt vor der einfachen Lebensweise gemeint.

Auf der mit glühender Holzkohle ausgelegten Feuerstelle wird das Wasser gekocht und nach einer kurzen Abkühlpause in kostbare und doch schlichte, zunächst mit recht viel Teepulver gefüllte Schalen gegeben und mittels eines Bambusbesens aufgeschäumt. Nun zeigt sich, warum die Teezeremonie auf Japanisch Chado, der Weg des Tees, heißt. Von der Hand des Teemeisters geht die Schale in die des Ehrengastes und von diesem in die der anderen Gäste. Immer ist die Verbindung, die eine Hand mit der anderen eingeht eine andere, die in den vier Grundprinzipien geeint wird. So ist jede Teezeremonie immer auch etwas Einzigartiges, was den Teemeister stets vor eine neue Herausforderung stellt.