Die Geburt der Tee-Kultur liegen im Dunkeln. Über ihre Entstehung ranken sich wohl einige Legenden, von denen die bekannteste auf den mythischen chinesischen Kaiser Shen Nung hinweist. Diesem sollen während einer Rast im Jahre 2737 vor Christus einige wundersame Blätter ins Wasser geweht worden sein, was Farbe, Geschmack und Wirkung des Getränks aufs Köstlichste beeinflusst hat. Natürlich handelte es sich dabei um Tee-Blätter. Das dieser Geschichte zu Grunde liegende Buch stammt jedoch frühestens aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die Kultivierung der Teepflanze weit älter ist und in China, wahrscheinlich erstmals in der Provinz Yunnan, tatsächlich 5.000 Jahre oder mehr zurückreicht.

Teeplantage

Sicher ist, dass es im China des Jahres 221 vor Christus bereits eine Teesteuer gab. Diese bezog sich aber als Abgabe auf ein medizinisch wirksames Mittel. In genau dieser Zeit wurden von buddhistischen Mönchen die Teeblätter schon zu einem Pulver verarbeitet. Da allerdings hier mehr eine Heilwirkung im Mittelpunkt stand, waren geschmackliche Eigenschaften eher nebensächlich. Dies änderte sich im 7. Jahrhundert. Um diese Zeit kam die chinesische Oberschicht auf den Geschmack des gesunden Heißgetränks. Die Herstellung des Tees oblag weiterhin buddhistischen Mönchen.

Bis in die Zeit, als der japanische Mönch Eisai auf die Teepflanze aufmerksam wurde und 1191 nach Japan brachte, wurde Tee in staubfein pulverisierter Form verwendet. Tee wurde in Japan schon sehr viel früher getrunken, jedoch nicht angebaut. Der ehrenwerte Meister Eisei brachte also mit der Pflanze auch die Verarbeitungsweise zum Pulver, dem ursprünglichen Matcha, als lebensverlängerndes Elixier nach Japan. In China geriet diese Tradition später in Vergessenheit. In Japan allerdings entwickelte sich Matcha zur nur ausgewählten Kreisen am Hofe vorbehaltenen Hochkultur.

Teezeremonie

Ikkuyu Sojun im 15. Jahrhundert und der bis heute hochverehrte Sen no Rikyu im 16. Jahrhundert brachten auf ihrem spirituellen Weg des Respektes vor der einfachen Lebensweise die japanische Teezeremonie hervor. Der während dieser Zeremonie rituell zubereitete Matcha wurde in den kommenden Jahrhunderten, neben der Schmiedekunst, die sich zum Beispiel in den berühmten Samurai-Schwertern zeigt, zum prägenden Bild, welches die Außenwelt von Japan wahrnahm.