Kann ich Matcha auch zuhause selbst herstellen?

Matcha ist prinzipiell gemahlener grüner Tee. Hört sich im ersten Moment so an, als könne man einfach einen grünen Tee im Teefachhandel kaufen und den dann zuhause mit einem Mörser oder einem Blender kleinhäckseln. Kann man machen. Dann hat man gemahlenes Grünteepulver, aber noch lange keinen Matcha.

Wo liegen die genauen Unterschiede?

Straucharten

Die Blätter, aus denen später Matcha produziert wird, werden nur von bestimmten Straucharten gepflückt (mehr dazu hier), die sich für die Matchaproduktion am besten eignen.

Der „normale“ Grüntee, den man im Teefachhandel einkaufen kann, wird aus vielen anderen Straucharten produziert. Dies sind zwar teilweise die gleichen Straucharten, aus denen auch Matcha produziert wird, aber größtenteils besteht ein grüner Tee aus anderen Straucharten.

Beschattung

Die Pflanzen, aus denen später Matcha produziert wird, werden bis zu vier Wochen vor der Ernte mit dunklen Netzen überschattet, die nur etwa 10% des Sonnenlichts durchlassen. Dadurch bilden die Pflanzen sehr viel Chlorophyll und werden sehr dunkelgrün, was letztlich für den Geschmack des Matcha verantwortlich ist.

Der klassische Grüntee aus dem Fachhandel wird aus unbeschatteten Teepflanzen produziert. Hier haben die Pflanzen bei weitem nicht soviel Chlorophyll produzieren können, da sie die ganze Kraft der Sonne unmittelbar und nicht „gefiltert“ abbekommen haben. Es gibt Sorten wie den Kabusecha – Halbschattentee – der auch vor der Ernte beschattet wurde, hier beträgt die Beschattung jedoch „nur“ etwa 50%-60% statt 90% wie beim Matcha. Kabusechas werden halbbeschattet, da das dem natürlichen Wuchs und der natürlichen Umgebung der Teepflanze nahe kommt. Wilde Teepflanzen wachsen vornehmlich im Unterholz in Wäldern und werden dort durch das Laubdach des Waldes vor zuviel Sonne geschützt. Sehr hochwertige Grüntees wie ein Gyokuro werden – ähnlich wie ein Matcha auch vor der Ernte vollbeschattet und produzieren genausoviel Chlorophyll in den Blättern wie die Sorten, die für Matcha verwendet werden. Gyokuros sind preislich auch sehr ähnlich wie Matchasorten und zählen zu den Spitzentees.

Ernte

Die Blätter, aus denen Matcha produziert wird, werden teilweise von Hand gepflückt – vor allem bei den sehr hochwertigen Sorten.

Der klassische Grüntee wird in aller Regel maschinell mit Erntemaschinen geerntet.

Rollen

Die geernteten Blätter, aus denen Matcha produziert wird, werden in den weiteren Produktionsschritten nicht gerollt, wie es bspw. bei einem Sencha – der klassische grüne Tee überhaupt – der Fall ist. Das Rollen bricht die Blätter auf, sodass sich der Geschmack und das Aroma aus den Blättern besser entfalten kann.

Tencha

In der Weiterverarbeitung werden aus den Blättern nun alle Ästchen, Stängelchen und Blattrippen entfernt, sodass man nur das Blattfleisch übrig hat, das dann zu Matcha weiterverarbeitet wird. Dieses Blattfleisch nennt man Tencha (Tencha ist keine Pflanze, wie man oft liest, sondern bezeichnet dieses erwähnte Blattfleisch im Verarbeitungsprozess hin zu Matcha).

Beim normalen Grüntee wird das ganze Blatt des Teestrauchs zu Tee verarbeitet. Hier findet keine Trennung von Blattrippen und Blattfleisch statt.

Mahlen

Der Tencha, also das Blattfleisch, wird sorgsam auf Granitsteinmühlen in Reinräumen zu feinstem Pulver vermahlen. Eine Granitsteinmühle mahlt in einer Stunde etwa 30 Gramm Matcha. Die Mühlen mahlen langsam, um das empfindliche Blattfleisch nicht durch eine zu große Reibungshitze zu verbrennen. Zudem mahlen die Mühlen unglaublich fein. Die Korngröße von Matcha ist etwa 10x feiner als Mehl.

Bei jedem anderen grünen Tee zieht das Teeblatt im Wasser, wohingegen man bei Matcha das gemahlene Blattfleisch komplett dem Körper zuführt.

Fazit:

Man kann zuhause Matcha nicht selbst herstellen. Denn gemahlener grüner Tee ist etwas ganz anderes als Matcha! Leider wird jedoch im Handel/Onlinehandel oftmals genau dieses einfache gemahlene Grünteepulver verkauft und als „Matcha“ bezeichnet.