Matchagrade – Preis und Geschmack

Matcha

Immer wieder liest man von verschiedenen Matchagraden oder von Matcha, der für bestimmte „Einsatzzwecke“ geeignet ist. Aber ist Matcha nicht gleich Matcha? Gibt es da Unterschiede und wenn ja, welche?

Matcha wird aus der Teepflanze produziert. An einer solchen Pflanze wachsen unterschiedlich große und unterschiedlich alte Teeblätter. Ja nachdem welche Blätter zu Matcha weiterverarbeitet werden, ergibt dies unterschiedliche Geschmacksnuancen, die sich vornehmlich in der Herbe unterscheiden. Ganz grob kann man sagen: Je jünger das Blatt, desto feiner und milder der Matcha, je älter das Blatt, desto kräftiger, intensiver und herber der Matcha.

Ganz grob kann man Matcha in vier verschiedene Grade einordnen:

  1. Einfacher Koch- und Backgrad

    Diese Matchasorten sind für den Einsatz in der Küche geeignet. Sie eignen sich besonders für Speisen, bei denen andere, geschmacklich dominante Zutaten präsent sind, aber der Matchageschmack noch durchkommen soll. Ein Beispiel wäre ein Marmorkuchen. Zudem sind diese Matchagrade auch als Zutat geeignet, bei denen es auf die inhaltlichen Wirkstoffe von Matcha ankommt und weniger auf die Farbe oder den Geschmack. Bei einem Smoothie wird der zugegebene Matcha geschmacklich völlig untergehen und auch die Farbe wird sich nicht groß verändern, aber da in allen Matchasorten prinzipiell die gleichen Inhaltsstoffe enthalten sind, kann man diese Grade ideal für solche Speisen und Getränke verwenden.

    Zum puren Genuss – also mit Wasser zubereitet – ist der einfache Koch- und Backgrad eher nicht geeignet, es sei denn, man mag es ausgesprochen herb und intensiv. Umami ist bei diesem Matchagrad maximal im Hintergrund und nur sehr dezent vorhanden.

    Ein Beispiel für einen einfachen Koch- und Backgrad ist bspw. der Bio Matcha Cooking Basic von Teelirium.

  2. Gehobener Koch- und Backgrad

    Die etwas mildere Variante des Koch- und Backgrads eignet sich vor allem für feinere Speisen wie Desserts oder Torten, bei denen es auf einen schönen, aber nicht zu herben Geschmack des Matcha ankommt. Beispiele sind hier eine Vanillecreme oder eine Sahnetorte. Der gehobene Koch- und Backgrad ist unsere Empfehlung für die Zubereitung eines Matcha Latte. Nicht so herb wie der einfachere Grad, aber ausdrucksstark genug, um sich gegen den Eigengeschmack der Milch (oder Haferdrink, Mandeldrink etc.) durchzusetzen. Zudem ist der gehobene Koch- und Backgrad etwas leuchtender in der Farbe, was gerade bei einem Matcha Latte eine tolles Erscheinungsbild ergibt.

    Zum puren Genuss – also mit Wasser zubereitet – ist der gehobene Koch- und Backgrad nicht ganz so gut geeignet, es sei denn, man mag es etwas herber und intensiver im Geschmack. Aus der Erfahrung mit unseren Kunden wissen wir, dass der gehobene Koch- und Backgrad vor allem gerne konsumiert wird, wenn es um die inhaltlichen Eigenschaften des Matcha geht und der Geschmack keine große Rolle spielt. Das Umami ist auch beim gehobenen Koch- und Backgrad nur sehr leicht im Hintergrund zu bemerken.

    Ein Beispiel für einen einfachen Koch- und Backgrad ist bspw. der Bio Matcha Cooking Premium von Teelirium.

  3. Klassischer Trinkgrad

    Der klassische Trinkgrad ist der umfangreichste Grad an original japanischem Matcha und bietet die größte geschmackliche Bandbreite. Das Umami ist bei diesem Grad erheblich mehr ausgeprägt, als  es bei den Koch- und Backgraden ist. Die geschmackliche Bandbreite reicht beim klassischen Trinkgrad von intensiv kräftig bis hin zu weich und mild. So ist für jeden etwas dabei. Diese Sorten eignen sich prinzipiell nur für die Zubereitung als purer Tee, also mit Wasser in der Matchaschale zubereitet. Nutzt man diesen Grad in der Küche, zur Zubereitung eines Matcha Latte oder als Zutat in Smoothies, geht der Geschmack und die Nuancenvielfalt dieser Matchagrade unter. Die Farbe und die Inhaltsstoffe sind zwar noch da, aber der feine und ausgeprägte Geschmack ist nur bei der Zubereitung mit Wasser zu erkennen.

    Beispiele für klassische Trinkgrade sind bspw. der Bio Miumori Kirishima Matcha von Shutaro Hayashi, der Ikuyo-no-mukashi Matcha von Ippodo, der Matcha Matsu no Midori von Maiko oder der Bio Matcha Silk Organic von Teelirium.

    Wir empfehlen Neulingen bzw. Einsteigern bei Matcha übrigens immer mit einen Matcha des klassischen Trinkgrads anzufangen. Bei diesen Sorten gerät man nicht an einen zu herben Tee und kann, ausgehend von der ersten Packung, die man sich zugelegt hat, dann in beide „Richtungen“ gehen: Einerseits die etwas günstigeren Sorten, falls der erste Matcha zu mild war oder die etwas teureren Sorten, falls die gekaufte Sorte doch noch zu kräftig war.

  4. Zeremoniegrad

    Der Zeremoniegrad ist der höchste Grad an original japanischem Matcha. Ein Matcha des Zeremoniegrads hat überhaupt keine Herbe, ist hingegen meist sehr mild mit einem ausgeprägten Umami. Trotz der anzutreffenden Mildes dieses Grads ist der Geschmack des Matcha in aller Regel sehr nuanciert und facettenreich und entfaltet sich im Mund und Gaumen in meist komplexen Geschmacksrichtungen, die auch bei unterschiedlichen Zubereitungstemperaturen oft sehr unterschiedlich wahrgenommen werden.

    Beispiele für Zeremoniegrade sind unter anderem der Matcha Houjou aus dem Hoshino Teegarten, der Ummon no mukashi von Ippodo, der Matcha Kotobuki von Maiko oder der Bio Matcha Silk Supreme von Teelirium.

Die Einteilung in die verschiedenen Grade hat keine festen Grenzen zwischen den einzelnen Graden und ist auch nur als grobe Richtschnur zu verstehen. Man kann nicht sagen, dass es sich bis zu einem gewissen Preis um Koch- und Backgrade handelt oder ab einem bestimmten Preis nur noch um Zeremoniegrade. Die Grenzen sind hier fließend und immer sehr vom individuellen Geschmacksempfinden abhängig.

Warum „Matchagrad“ und nicht „Matchaqualität“?

Original japanischer Matcha ist immer von hoher Qualität. Egal, ob es sich dabei um einen einfachen Koch- und Backgrad oder einen Zeremoniegrad handelt. Die Japaner sind stets bestrebt, nur Matcha höchster Qualität zu produzieren. Daher sprechen wir bei der Einordnung von Matcha lieber von Graden als von Qualitäten.

Erkennt man den Grad am Preis des Matcha?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da es leider viele schwarze Schafe bei den Anbietern und Produzenten gibt, die einen einfachen Koch- und Backgrad abpacken und diesen als Trinkgrad feilbieten. Zudem  kann man schlecht eine Preisempfehlung für die verschiedenen Grade geben, da sich die Preise von Matcha auch immer stark an der Verpackungsgröße orientieren. So kostet bspw. der Bio Matcha Cooking Basic von Teelirium in den verschiedenen Verpackungseinheiten zwischen 24,95 Euro und 13,90 Euro – jeweils auf 100 Gramm umgerechnet. Generell gilt aber die Faustregel: Je günstiger der Matcha, desto herber ist er im Geschmack! Das liegt ganz einfach daran, dass es an einem Teestrauch viel mehr der älteren, großen Blätter gibt, die für die Herstellung von Koch- und Backgraden verwendet werden und nur sehr wenige junge, frische Triebe, die für die Produktion von Zeremoniegraden verwendet werden. Daher kann es auch keinen original japanischen „Premium-Matcha“ für bspw. 15 Euro/100 Gramm geben. Dabei handelt es sich dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Koch- und Backgrad, der vom Produzenten nur „Premium“ genannt wird. Mehr dazu an dieser Stelle.

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